First things first: Setzen wir uns mit den Themen Diversity, Equity und Inclusion auseinander, ist es entscheidend, zu verstehen, was diese – meist aus dem Angloamerikanischen stammenden Ausdrücke – überhaupt bedeuten. Und: Warum es wichtig ist, sie nicht getrennt voneinander zu betrachten, sondern holistisch im Unternehmen zu fördern. In diesem Beitrag gehen wir genauer auf sie ein: Lassen sich Diversity, Equity und Inclusion voneinander abgrenzen? Wenn ja, wie? Und warum sind sie gleichermaßen wichtig in der »Journey to Diversity«?

 

Diversity (Diversität)

Bei Diversität handelt es sich um ein relationales Konzept, bedeutet: Diversität zeigt sich erst in der Zusammensetzung von Teams und Organisationen. Sie wird auf Basis eines kollektiven Ganzen erfasst und bezieht sich auf die Unterschiede innerhalb einer bestimmten Gruppe. Das heißt im Umkehrschluss: Individuen sind nicht „divers“, korrekterweise können nur Gruppen als divers oder nicht divers bezeichnet werden. Es geht also um die Unterschiede zwischen Menschen innerhalb ihrer Teams, ihres Unternehmens oder ihres Ökosystems. Diversität umfasst dabei folgende Dimensionen:

  • ethnische Herkunft
  • soziale Herkunft
  • Geschlecht
  • Gender (geschlechtliche Identität)
  • sexuelle Orientierung
  • Behinderung
  • Alter
  • Religion & Weltanschauung

Für Unternehmen bedeutet das?

Ein Unternehmen kann dann als divers bezeichnet werden, wenn es eine Vielfalt an unterschiedlichen Individuen aufweist. Das bezieht sich nicht nur auf die Gesamtheit des Unternehmens, sondern auch in und entlang sämtlicher Teilbereiche – z. B. also die Zusammensetzungen in Regionen, Bereichen, Teams und auf allen Hierarchieebenen.

 

Equality (Gleichbehandlung) vs. Equity (Gleichstellung)

Equality bezeichnet die formale und rechtliche Gleichbehandlung von Personen und Personengruppen. Dabei ergibt sich folgendes Problem: Alle Menschen gleich zu behandeln erhält vorhandene Ungleichheiten aufrecht. Wenn wir gleiche Chancen und Möglichkeiten schaffen wollen, ist das Konzept der Equity, zu Deutsch „Gleichstellung“ entscheidend. Im Vergleich zu Equality geht dieses einen Schritt weiter und bedeutet echte Gleichstellung und Chancengleichheit aller Individuen – trotz ihrer jeweils unterschiedlichen Identitäten, Herkünfte und Hintergründe. Das heißt: Im Gegensatz zu „one-size-fits-all“ wird jedes Individuum durch passende Maßnahmen empowered, gleiche Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten wahrzunehmen.

Equity und Equality werden oft austauschbar verwendet, haben aber unterschiedliche Bedeutungen und führen auch zu unterschiedlichen Ergebnissen. Behandeln wir alle Menschen gleich, bieten wir jedem Menschen auch die exakt gleiche Unterstützung an. Mithilfe eines equity-based Designs können wir auf individuellen Bedürfnissen basierend Unterstützung leisten und so allen ermöglichen, ihre besten Leistungen zu erbringen.

Für Unternehmen bedeutet das?

In einem Unternehmen, in dem Mitarbeiter*innen mit verschiedenen Hintergründen und Voraussetzungen arbeiten, existieren eben solche Unterschiede hinsichtlich ihrer Bedürfnisse. Diese Vielfalt an Bedürfnissen erfordert ebenso vielfältige Weisen der Unterstützung seitens des Unternehmens. Equity basiert also darauf, anzuerkennen, dass jede*r unterschiedliche Bedürfnisse, Erfahrungen und Möglichkeiten hat.

Kurz gesagt: In einer von Vielfalt geprägten Organisation identifiziert eine von Equity inspirierte Vorgehensweise Barrieren und Ungleichheiten und hilft dabei, die unterschiedlichen Startpunkte auszugleichen, um Chancengleichheit für alle zu ermöglichen.

Ein Beispiel: Ein simples Beispiel, um den Unterschied zwischen Equality und Equity deutlich zu machen, sind T-Shirts. Wenn eine Organisation T-Shirts für alle Mitarbeiter*innen in den Größe „M“ bestellt, werden diese einer Reihe von Personen passen, einigen jedoch besser als anderen. Einige können es vielleicht in die Hose stecken oder die Ärmel hochkrempeln, um die Passform zu verändern, während es andere aufgrund ihrer Körperform, Größe oder Fähigkeiten nicht über den Kopf bekommen. Eine von Equality inspirierte Vorgehensweise gibt jeder Person ein „genormtes“ T-Shirt und geht davon aus, dass vorgegebene Größen ausreichen. Bei einer von Equity inspirierten Vorgehensweise werden Bestellungen für T-Shirts von allen Mitarbeiter*innen entgegen genommen, damit jede Person am Ende, die für sie passende Größe erhält.

 

Inclusion (Inklusion)

Inklusion bezeichnet das Gefühl von Zugehörigkeit und Wertschätzung eines jeden Mitglieds einer Gruppe – mitsamt aller individuellen Eigenschaften. Sie wird erreicht durch den aktiven Abbau von Barrieren, Diskriminierung und Exklusion unterschiedlicher Gruppen. Inklusion ist keine natürliche Folge eines vielfältigen Teams oder einer vielfältigen Organisation. So kann eine Organisation divers sein, ohne dabei inklusiv zu sein. Inklusion muss aktiv gestaltet werden, sodass jedes Mitglied der Organisation Zugehörigkeit und Wertschätzung erfährt und die eigene Identität nicht verbergen muss, um sich als Teil der Gruppe zu fühlen.

Ein Beispiel: Ein diverses Unternehmen erkennt, dass es Menschen in der Organisation gibt, die ihre Religion oder Spiritualität während des Tages praktizieren. Inklusion bedeutet, daraufhin einen Raum zu schaffen, in dem diese Menschen beten und meditieren können. Indem das Unternehmen diesen Raum realisiert, zeigt es den Mitarbeiter*innen, dass sie wertgeschätzt werden und ermutigt sie, die eigene Identität nicht (teilweise) verbergen zu müssen.

Voraussetzungen für diese aktiven Schritte zur Wertschätzung aller Mitarbeiter*innen und zur Schaffung einer wertschätzenden Umgebung, ist die Zusammenarbeit von Organisationen mit ihnen und das Verständnis für sie. Welche Richtlinien, Prozesse, Verhaltensweisen, physischen Räume und Produkte benötigen sie, um sich wertgeschätzt und einbezogen zu fühlen? Das kann eine erste Leitfrage für mehr Inklusion sein.

Diversity, Equity & Inclusion | Source: Gensler.com

Das holistische Verständnis von Diversity, Equity & Inclusion (DE&I) ist entscheidend, um erfolgreich diverse und funktionsfähige Organisation zu schaffen und dadurch Innovation, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in Unternehmen zu stärken.

Auch hier gilt: Wir befinden uns im Wandel. Der Themenbereich DE&I ist verhältnismäßig jung und entwickelt sich stetig weiter. Für Unternehmen ist es deswegen wichtig, dass Definitionen und Strategien im Verlauf der Zeit überdacht, neu bewertet und bei Bedarf überarbeitet werden. Nur so können Unternehmen ein nachhaltig wertschätzendes und inklusives Umfeld für Mitarbeiter*innen schaffen.

Wenn Sie mehr über Diversity, Equity und Inklusion erfahren möchten oder über konkrete Maßnahmen zur Förderung sprechen möchten, kommen Sie gerne auf uns zu:

 

Kontakt

Sirid Böhm
Associate Director
sirid.boehm@global-digital-women.com